Rom-Fahrt der Q11 Juli 2011
ANREISE: Freitag, 22. Juli 2011
Pünktlich um 16:45 Uhr standen 23 topmotivierte Schüler und zwei noch motiviertere Lehrer am Nürnberger Flughafen, bereit für eine erlebnisreiche Fahrt nach Rom. Nach den Kontrollen stand dem Flug nichts mehr im Wege, lediglich die Flugangst mancher oder die Tatsache, dass wir alle im Flieger zerstreut sitzen mussten. Nach 1 ½ Stunden Flug landeten wir, wo auch schon das erste Problem vor der Tür stand: Unser Zug, der anfangs 20 Minuten Verspätung hatte, ließ 1 ½ Stunden auf sich warten (Streik in ganz R!!!). Da es deshalb schon nach 23 Uhr war, konnten wir auch nicht die U-Bahn für den weiteren Weg zum Hotel nehmen. Verzweifelt suchten wir eine Möglichkeit, nicht die 5 km zum Hotel samt Gepäck zu laufen, da jeder mittlerweile genervt war und einfach nur in sein Bett wollte – besonders Herr Schröttel. Schließlich erbarmte sich ein Busfahrer, der uns nach 30 Minuten Wartezeit mitnahm. So feierten wir den 18. Geburtstag unseres lieben Johannes Z. in einem Bus mitten in Rom mit lautstarkem Gesang. Nach und nach bekamen wir Einblicke in die italienische Fahrweise, die sich dadurch definiert, dass man weder auf Verkehrszeichen, Geschwindigkeit, Fußgänger noch auf das Wohl der Fahrgäste achtet. Dass der Bus völlig überfüllt war, spielte nur eine geringe Rolle. Nach der rasanten Fahrt kamen wir endlich am Busparkplatz an, mussten jedoch erst einmal noch den Weg zum Hotel finden. Unter der „kompetenten“ Führung unseres DUX erreichten wir nach einigen Verirrungen die Straße unserer Bleibe. Jetzt erst fiel uns die Umgebung auf: Prostituierte, Ladyboys, Straßenhändler und Bettler! Unser Hotel war jedoch besser als wir dachten. Um 1:30 lagen wir in unseren Betten und freuten uns auf die kommenden aufregenden Tage rund um Rom.
Tag 2: Samstag, 23.07.2011
Der Tag begann für alle früh, was nicht bei jedem auf große Begeisterung stieß. Nach einem knapp gehaltenen Frühstück hieß es „Marsch, Marsch“. Einen Katzensprung entfernt sahen wir das Kolosseum vor uns aufragen und alle waren ab der ersten Sekunde stark beeindruckt. Zunächst bekamen wir von unserem „Dux“ Schröttel und unserer „Matrona“ Greschner ein paar kurze und durchaus interessante Informationen. Danach hatten wir etwas freie Zeit und durften das antike Bauwerk selbst erkunden. Nach diesem Tagesordnungspunkt schritten wir auf die Via Sacra durch das Forum Romanum, das Zentrum des Römischen Reiches. Es ist zwar nicht mehr sehr viel Erkennbares vorhanden, allerdings bekommt man nichtsdestoweniger einen Eindruck, wie beeindruckend es einmal gewesen sein muss, eine Rede auf dem Forum zu halten. Das nächste Ziel stellte der Circus Maximus dar. Zwei Mitschüler durften dort am eigenen Leib erfahren, wie groß dieser ist, obwohl sie auf Grund einer Baustelle nicht alles umrunden konnten. Teils mehr, teils weniger entkräftet stießen sie wieder auf die Gruppe und wurden mit tosendem Applaus, wie die Helden im antiken Rom während ihres Triumphzuges, empfangen. Ein paar Lacher später kamen wir zur Bocca della verità, was im Deutschen etwa so viel wie „Mund der Wahrheit“ bedeutet. Dem Mythos zu Folge beißt die böse Kreatur die Hand ab, wenn der vor ihm Stehende ein Lügner ist. Kurze Zeit später kamen wir zum Pantheon, einem Tempel mit einer gigantischen Kuppel. Wir besichtigten es, sahen die Gräber einiger italienischer Könige und mehrere Altäre. Danach war eine Stunde Mittagspause, in der wir uns in einem italienischen Restaurant bei Pizza und Pasta stärkten, um nach diesen atemberaubenden Erlebnissen wieder zu Kräften zu kommen. Frisch gestärkt erreichten wir die Piazza Navona, die auf einem antiken Circus errichtet worden ist, wie man unschwer an der Bauweise der Häuser und des Platzes erkennen konnte. Dort trafen wir auch einige Händler, die ihre Ware in aufdringlicher Weise an den Mann zu bringen versuchten. Als vorletztes Ziel unserer langen, tagesfüllenden Tour betrachteten wir das Mausoleum des Augustus. Dies ist eine von ihm für sich selbst errichtete Grabstätte, in der aber auch einige seiner Nachfolger bestattet wurden.
Schlusspunkt dieses nervenaufreibenden Tages war die Ara Pacis. An diesem denkwürdigen Ort betrachteten wir ein Monument, das zu Ehren des Augustus geschaffen wurde. Nach diesem langen Tagesmarsch hatten wir abends Zeit zur freien Verfügung, um modernere Seiten Roms kennenzulernen.
Tag 3: Sonntag, 24. Juli 2011
Destinazione: EUR Fermi!
Hier – im unter Mussolini konzipierten Neubaugebiet – erwartet Sie ein Museum der Superlative, das „Museo della civiltà Romana“. Nicht nur der gigantische Gebäudekomplex, sondern auch ein riesiges Modell des antiken Roms werden Sie dort faszinieren. Es zeigt die Stadt vom Colosseum über das Forum Romanum bis hin zum Circus Maximus, die heute zu typischen Sehenswürdigkeiten geworden sind. Außerdem lässt Sie das Museum in die verschiedenen Lebensbereiche der Römer vor 2000 Jahren eintauchen. Besonders beeindruckend sind beim Rundgang vor allem die große Münzsammlung, der Nachbau des Colosseums sowie des Circus Maximus und ein 400 m langer Gang, in welchem die Trajanssäule in ihrer ganzen Schönheit zu bestaunen ist.
Destinazione: Ostia antica!
Die frühere Hafenstadt Roms, welche aufgrund des Rückgangs des Meeres und des Bedeutungsverlusts Roms im 5. Jahrhundert n.Chr. nach und nach verlassen wurde, zeigt eine typische Stadt in ihren Entwicklungsphasen von der Republik bis in die spätrömische Zeit. Beim Schlendern durch die Stadt können Sie antiken Take-aways, Theaterkünstlern (wie z.B. unserem „berühmten“ Leonce) und süßen grellfarbenen Eidechsen begegnen. Und wenn Sie das immer noch nicht begeistert hat:
Destinazione: Lido Centro!
Spätestens wenn Ihnen der Wind durch die Haare weht und Sie die kühle Meeresbriese genießen können, ist Ihnen der lange Fußmarsch bis zu einem endlich kostenlosen Strandzugang egal. Aber Achtung: Selbst in Italien spielt das Meer nicht immer mit und überrascht Sie mit meterhohen Wellen, sodass ein gemütlicher Badetag unmöglich wird. Doch mit ein wenig Spontaneität und Feierlaune wird der Nachmittag trotzdem zum Hit.
Nach einem langen Tag lässt es sich am besten mit einem guten Abendessen ausklingen, deshalb:
Destinazione: Termini!
Falls Sie ihren Tisch nicht finden sollten, versuchen Sie es doch einmal unter „Schrötter“ oder besser noch unter „Scrötter“, was sich sicherlich in das Gedächtnis Ihrer Mitfahrer einbrennen wird. Sie werden Ihren neuen Spitznamen sicher niemals vergessen. Schließlich wird die „cena Romana“ Sie dann mit ungewöhnlichen und neuen Geschmäckern auf kulinarischem Weg in das antike Rom führen. Dabei gilt wie immer: „Was der Bauer net kennt, frisst er net!“ oder „Liebe (zu Rom, Anm. d. Red.) geht durch den Magen!“.
Tag 4: Montag, 25. Juli
„Tu es Petrus, super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum.” („Du bist Petrus, auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben.“)
Dieser lateinische Bibelspruch lässt schon darauf schließen, was an diesem Tag ins Blickfeld unserer Gruppe geraten sollte: der Vatikan. Der souveräne Kleinstaat, der in dieser Form seit 1929 existiert, umfasst zwar weniger als einen halben Quadratkilometer Fläche und hat weniger als 1000 Einwohner, doch gehört er zu den meistbesuchten weltweit. Abertausende Touristen strömen tagtäglich zur Residenz des römischen Bischofs, besser bekannt als Papst. So wollten auch wir uns dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Nach längerem Fußweg betraten wir zunächst den Petersplatz und stellten uns dann in eine lange Schlange, um den Petersdom betreten zu können. Nach etwa einstündiger Wartezeit war es dann soweit: Wir begannen, die Kuppel der berühmtesten Basilika der Welt zu ersteigen. Dieser Weg, der 551 Treppenstufen umfasste, war jeden seiner Schweißtropfen wert. Der Ausblick, den man von der Spitze des Petersdoms aus auf die ehemals Europa regierende Großstadt Rom genießen konnte, war schlichtweg phänomenal.
Leider hatten wir aufgrund der langen Wartezeiten im Voraus der Besichtigung kaum mehr Zeit, uns die „Inneneinrichtung“ des Domes genauer anzusehen; ein flüchtiger Rundgang unter Betrachtung der pompösen Verzierungen musste genügen, da danach noch ein Besuch in den Vatikanischen Museen geplant war. Dort angekommen – vom langen Fußmarsch bereits etwas gezeichnet – fühlten sich einige Studienfahrer zunächst zur hauseigenen Cafeteria hingezogen, wohingegen die fleißigeren unter uns sich lieber auf den Weg machten, diverse Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Vor allem die Sixtinische Kapelle, welche seit 1996 der festgeschriebene Ort für die Papstwahl ist, rief Erstaunen hervor. Zwei besonders interessierte Mitschüler wollten die dort empfangenen Impressionen noch länger genießen als der Rest der Schlachtenbummler, und blieben auf eigene Faust noch länger. Sie hatten dann am Abend die Ehre, einer Vatikanischen Messe in lateinischer Sprache beizuwohnen.
Zu späterer Zeit entschied sich der Großteil unserer Truppe dann zu einem Besuch der berühmten Spanischen Treppe. Dort durfte man einerseits bekannte Arien bewundern und traf andererseits auf viele andere Jugendliche, darunter auch einige Deutsche. Als besonders amüsant galt allerdings ein Gespräch mit Bachu, einem jungen Händler aus Bangladesch, der uns mit diversen qualifizierten deutschen Floskeln in Verlegenheit brachte. ;) Ein Kumpane erwarb einen besonders günstigen Laserpointer, an dem er noch heute große Freude hat… Am folgenden Tag warteten bereits die nächsten großartigen Bauten auf uns…
Tag 5: Dienstag, 26. Juli 2011
Unser vorletzter Tag begann wie immer mit einem Treffen um 9 Uhr in der Lobby unseres Hotels. Nach einigen Stationen mit der Metro kamen wir an den Caracalla-Thermen an. Diese waren ab dem Jahre 216 n.Chr. Bademöglichkeiten für die Römer. Die riesige Anlage erstreckt sich über knapp 110.000 m² und wurde, wie der Name schon sagt, unter dem Kaiser Caracalla erbaut. Wir hatten zwar keine professionelle Führung, doch wir erhielten viele Informationen von den Lehrern über das Sklaventum und die Badegewohnheiten der Römer. Nach einem kurzen Stopp an den Kaiserforen ging es weiter zum Kapitolinischen Museum, das auf dem Kapitolshügel in Rom liegt. Unter anderem sahen wir Kunstfiguren, wie zum Beispiel die bekannte Kapitolinische lupa, Homer und Orest mit Iphigenia.
Nach dem Besuch des Museums wurde das Tagesprogramm schon um 13:30 Uhr beendet, da uns eine Weinprobe am Abend erwartete. Wir trafen uns um 17:30 Uhr vor unserem Hotel und fuhren von der Großstadt in die idyllischen Weinberge nach Frascati. Herr „Scrötter“ führte uns kurz durch die Weinbauanlage, danach freute sich schon jeder auf das leckere Abendessen mit den eigen angebauten Früchten, den selbstgepressten Olivenöl und natürlich dem leckeren Wein. Die gemütliche Atmosphäre hielt leider nicht lange, weil wir schon früher als erhofft ins Hotel zurück mussten. Dort durfte jeder den restlichen Abend selbst gestalten.
DER LETZTE TAG: Mittwoch, 27.07.11
Nach einem langen Abend wachten wir nach mehrmaligem Klingeln des Weckers um 8:30 auf. Bis 10 Uhr musste unser Zimmer geräumt und gesäubert sein. Da wir bis 12:30 Uhr Freizeit hatten, teilten wir uns auf, einige besuchten Märkte, andere gingen in Cafés, während unsere Koffer in einem Raum aufbewahrt wurden. Da wir am Vortag 10 Euro auf der Straße gefunden hatten, kaufte Lysander noch eine 11 Kilo schwere Wassermelone, die später noch vernichtet werden sollte.
Um halb eins fuhren wir dann mit einem Bus zur Villa Adriana in Tivoli, einer riesigen Sommerresidenz des römischen Kaisers Hadrian. Als wir nun nach einer dreiviertelstündigen Busfahrt (Tivoli liegt etwa 30 km östlich von Rom) ankamen, regnete es in Strömen. Also verschoben wir unsere Besichtigung auf etwas später und stellten uns unter einen Holzunterstand. Nachdem der Regen etwas aufgehört hatte starteten wir unseren Gang durch das Gelände.
Dort erfuhren wir so einiges von unseren hochinformierten Guides, Herrn Scrötter ;-) und Frau Greschner: Die Villa wurde im 2. Jh. von Kaiser Hadrian in Auftrag gegeben. Wie weit sich die Villa wirklich erstreckte, ist uns nicht bekannt. Sie umfasste wahrscheinlich 120 Hektar an bebautem Gebiet und Grünflächen und musste von mehreren tausend Bediensteten Instand gehalten werden. Das heute zugängliche Gebiet von 40 Hektar zeigt uns eine bestens gegliederte Anlage von Gebäuden, Pavillons, Gärten und Nymphäen, die auf verschiedenen Achsen abgelegt sind. Der Kaiser reiste viel in seinem Reich herum. Sein ständiger Begleiter war der Jüngling Antinoos. In Ägypten kam Antinoos unter mysteriösen Umständen ums Leben. Da Hadrian viel Zeit mit seinem Lieblingsknaben verbracht hatte, ließ er in seiner Villa die Miniaturen vieler Gebäude und Landschaften nachbauen, die er mit Antinoos besucht hatte.
Von der Villa aus ging es dann mit dem Bus zum Flughafen. Dort trafen wir um 17 Uhr ein, wobei wir noch drei Stunden Zeit bis zum Abflug hatten. Der Regen vom Nachmittag hatte während der Wartezeit wieder eingesetzt und ein ziemlich großes Gewitter zog sich über dem Flughafen zusammen. Nachdem nun alle Koffer aufgegeben, das Handgepäck gescannt und noch ein kurzer Abstecher im McDonalds© getätigt wurden, ging es schon an Bord des Fliegers. Beim Start herrschten aufgrund der Wetterverhältnisse gemischte Gefühle, da es so einige Turbulenzen gab, die nicht jedem zusagten. Der Rest der Flugzeit wurde mit Musik und anderen Unterhaltungsmöglichkeiten verbracht. Die Landung verlief dann wieder normal, alle bekamen ihre Koffer wieder und waren froh, nun bald wieder in ihre eigenen Betten schlafen zu können. Insgesamt können wir nur sagen dass die Zeit in Rom eine sehr sehr sehr interessante, wenn auch manchmal etwas sehr laufintensive war.
Auf diesem Wege möchten wir uns auch noch bei Herrn Schröttel und Frau Greschner bedanken, die uns einen so schönen Aufenthalt ermöglicht haben. Die in Rom gewonnenen Erfahrungen werden sicher allen in Erinnerung bleiben.
Web-Umsetzung (25.10.2011): R. Arndt




















