Unter der Leitung von Herrn Wolfram Schröttel machte sich am 18.02. eine Abordnung der Klassen 11b/c in das beschauliche (und äußerst christliche) Städtchen Neuendettelsau auf. Zweck war die geistliche Besinnung im Missionswerk der evangelischen Hochburg Bayerns. Die Exkursion stand unter dem Motto "Gewalt und Verschuldung" und wurde von der Fachschaft Religion organisiert.

Nach einem kräftezehrenden Schulvormittag hetzte eine große Meute von Elftklässlern zum Markt Bibarter Bahnhof um den heilbringenden Zug nach Neuendettelsau (über Nürnberg und Wicklesgreuth) noch zu erreichen.
Mit Sack und Pack stürmten wir am Spätnachmittag das Quartier und richteten uns ein.
Noch am Abend wurde uns die Einführung ins Thema durch ein vorbereitendes Spiel zu Gewaltstrukturen beschert. Ziel des Spiels war es, die Schwere der Gewalt in Einzelfällen zu bewerten. Der erfolgreiche Tagesabschluss bestand neben dem reichhaltigen Abendmahl auch aus gemeinsamen Trommeln und Ausschnitten aus dem Film "Bowling for Columbine".
Nach einer langen Nacht erwachte, die frohe Botschaft verkündend, der Morgen mit einer Andacht. Den Vormittag über beschäftigten wir uns mit dem Kernthema "Gewalt", versuchten eine allgemeine Definition von Gewalt zu finden und übten Rollenspiele ein.
Voll gestopft mit Hähnchen und Pommes Frites ereignete sich ein plötzlicher und unerwarteter Themenwechsel hin zur "strukturellen Gewalt".
In Kurzfilmen wurden wir über die prekäre und hilflose Lage der Dritte-Welt-Länder aufgeklärt. Darin wurden die Hintergründe der Verschuldung dieser Länder erläutert. Nach der Aufteilung in verschiedenste Interessengruppen fand eine Diskussion über den Schuldenerlass für die ärmsten Länder statt. Dabei repräsentierten die Gruppen einerseits die Großbanken und andererseits Familien und Regierungen der Schuldnerländer.
Nachdem wir viele Aspekte zusammengetragen hatten, beendete ein weiterer Kurzfilm die Sequenz.
Nach dem Abendessen betrachteten wir unsere, durch die gute Verköstigung vergrößerten Bauchkulturen im Schwimmbad und saßen anschließend noch in fröhlicher Runde im Gemeinschaftsraum beisammen.
Als die Neuendettelsauer Kirche am nächsten Tag zum neunten Mal läutete, bereiteten wir uns bereits für den Abschlussgottesdienst vor.
In Gruppen streiften wir durch die Ausstellung des Missionshauses, um die Inhalte für den Gottesdienst zu sammeln. Nach vollendeter Arbeit trugen wir die Ergebnisse in Fürbitten- und Liedform im Gottesdienst vor. Abschließend beendete eine Feedbackrunde das überaus abwechslungsreiche und durchaus gelungene Arbeitsprogramm.
Wohlbehütet kehrten wir am 20.02. nach schier endloser Zugfahrt in die Heimat zurück!
Vielen Dank und höchstes Lob an die Mitarbeiter des Missionswerks Neuendettelsau und an unsere warmherzigen "Autoritätspersonen" Katharina Schlierf und Wolfram Schröttel.
Auf ein weiteres gutes Gelingen in den nächsten Jahren!
Von M. Rudloff und H. Fichtel
bearbeitet fürs Internet von Sven Günther, Moritz Schleifer, Lea Nicklaus