Gymnasium Scheinfeld

Ersatz für Trockeneis

Zwei Elftklässler wieder im Landeswettbewerb von "Jugend forscht"

Die Serie guter Leistungen, die Schüler des Gymnasiums Scheinfeld beim Wettbewerb "jugend forscht" im Bereich Chemie in den letzten Jahren gezeigt haben, setzt sich auch heuer fort.

Michael Walkowiak aus Possenfelden bei Schlüsselfeld und Harald Kraft aus Langenfeld nahmen kürzlich die Urkunden für ihren ersten Platz auf regionaler Ebene entgegen. Die beiden Elftklässler befassten sich ein halbes Jahr lang mit dem Transport temperaturempfindlicher Stoffe. Wie in den Vorjahren knüpfte Chemielehrer Klaus-Jürgen Heß die Verbindung zu Professor Fritz Sörgel, der in Scheinfeld sein Abitur gemacht hatte. An dessen Forschungsinstitut in Heroldsberg konnten Walkowiak und Kraft an rund 40 Tagen Versuche durchführen, um einen kostengünstigeren Weg zu finden, wie temperaturempfindliche Stoffe transportiert werden können. Die Materialkosten übernahm ebenfalls Sörgel. Wie die beiden Jungforscher ausführten, müssen zum Beispiel Kliniken immer wieder Proben in verschiedene Labore bringen. Diese Proben sind oft sehr empfindlich wie zum Beispiel Penizillin. Man kann sie daher nur tiefgefroren über weite Entfernungen transportieren. Das dabei verwendete Trockeneis hat eine Temperatur von rund minus 78 Grad. Trockeneis gilt aber als Gefahrengut und ist relativ teuer. Auch ist der Versand per Post nicht möglich. Walkowiak und Kraft begaben sich auf die Suche nach Alternativen und testeten zum Beispiel Styroporschachteln, Salzwasserakkus, Rettungsfolien, Pappen und Papierschnitzel. Die einzelnen Versuche dauerten bis zu drei Tage. Die besten Ergebnisse zeigte eine Kombination aus Styroporschachteln mit Salzwasserakkus samt Rettungs- und Alufolie. Bei einer erhöhten Außentemperatur von 60 Grad konnte im Inneren die Temperatur von -20,6 Grad über 26 Stunden gehalten werden. Der Versuch wurde nach dieser Zeit abgebrochen. Wie viele Stunden die beiden Schüler insgesamt investierten, konnten sie nicht angeben. Der Landeswettbewerb findet am 29. März bis 1. April in München statt. Dort müssen Walkowiak und Kraft ihre Erfindung einer Jury vorstellen, die sie auch noch über den Ablauf der Forschung und über die Ergebnisse befragt. Chemielehrer Heß und auch Schulleiter Dr. Kurt Leibold, der selbst Chemie lehrt, wünscht den beiden jedenfalls viel Erfolg für die nächste Runde.