Um 8:15 Uhr sind wir, 22 Latein-Lkler, Herr Kornberger und Herr Schröttel, mit dem Bus nach Wien aufgebrochen. Um ca. 15:00 Uhr erreichten wir unseren ersten Programmpunkt, das Benediktinerkloster Stift Melk an der Donau, das 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden ist.
Dort nahmen wir an einer eineinhalbstündigen Führung teil. Im Stiftsmuseum, das in den ehemaligen Kaiserzimmern eingerichtet wurde, wurde uns die 900-jährige Geschichte des Stiftes u.a. mit Video-Installationen und Computeranimationen präsentiert. Weiterhin besichtigten wir den Marmorsaal mit seinen berühmten Deckenfresken und die beeindruckende Bibliothek mit ihren ca. 20.000 Büchern.
Unsere Führung endete in der Stiftskirche, die zu den schönsten barocken Kirchen der Welt zählt. Im Anschluss besichtigten wir noch kurz den Stiftspark mit seinem barocken Gartenpavillon, ehe wir dann mit dem Bus Richtung Wien weiterfuhren. Um ca. 18:00 Uhr kamen wir endlich an unserer Unterkunft, dem Hotel Meininger, an. Am Abend gingen wir dann noch in ein Kabarett und schauten uns das Stück "Ein großes Gwirks" an, das zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Zum Ausklang des Abends kehrten wir in einem Wiener Gasthaus ein.
Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg in Wiens 1.Bezirk, wo uns Herr Schröttel die dortigen Sehenswürdigkeiten zeigte. Beginn war am Stephansdom, der uns mit seiner Größe und Pracht und auch durch seine farbigen Ziegel beeindruckte.
Weiter ging es dann zur Judengasse mit der Ruprechtkirche, der ältesten Kirche Wiens. Anschließend hatten wir noch eine Führung im Kunsthistorischen Museum. Hier lernten wir die Künste der Antike kennen und betrachten die Büsten berühmter römischer Männer.
Von der Antike führte unser Weg direkt in die Gegenwart auf exterritoriales Gebiet, die UNO-City. Dort sind uns zunächst die Flaggen der Mitgliedsländer ins Auge gefallen, danach wurden uns im Konferenzraum, in dem normalerweise die Vertreter der verschiedenen Länder tagen, die Aufgaben der UNO geschildert.
Nach einer Siestapause vergnügten wir uns am Abend auf dem Wiener Prater, wo wir eine Fahrt mit dem berühmten Wiener Riesenrad drehten.
An diesem wundervollen, kühlen, dennoch sonnigen Tag wollten wir - nachdem unser Frühstück uns gemundet hatte - sie uralte römische Siedlung Carnuntum bestaunen. So fuhren wir also los; nach etwa einer Stunde erreichten wir die erste Sehenswürdigkeit Carnuntums, nämlich das Amphitheater. In dieser, heute leider nur noch bröckchenweise vorhandenen Ruine wurde früher das Volk unterhalten. Etwa 3.000 Menschen fanden dort "Brot und Spiele".
Nach einer halben Stunde ging es dann auch weiter zur alten Stadt. Uns erwartete eine informative Führung, die mit einem Vortrag über die Expansionsgeschichte der alten Römer begann. Daraufhin wurden wir auch schon zu einem Haus eines mittelständischen, gehobenen Bürgers geführt, in dem uns alles bis ins kleinste Detail auf eine interessante Weise dargelegt wurde - von der Küche bis hin zu den Gemächern. Danach wurde uns die Therme, oder zumindest das, was von ihr übrig ist, gezeigt. Unsere Führerin glänzte mit großem Detailwissen und erklärte uns alles sehr ausführlich und verständlich.Es ging weiter zu einer römischen Villa. Durch dieses demonstrative Prachtstück wurden uns auf eine sehr anschauliche und einzigartige Weise das Leben und der Tagesablauf sowie die "convivia" und die Arbeit eines Sklaven verdeutlicht. Ferner wurde uns angeboten verschiedene römische Kleidungsstücke anzuprobieren. Am Ende der Führung wurden wir noch über die Irrtümer bezüglich der Gladiatorenkämpfe, wie sie in den Filmen dargestellt werden, aufgeklärt.
Weiter fuhren wir zum Heidentor, welches das höchste römische Gebäude in Österreich ist.
Nach einer Mittagspause absolvierten wir den weiteren Tagespunkt, nämlich das Museum in Deutsch Bad Altenburg, in dem Originale aus Carnuntum ausgestellt sind. Dort wurde uns das Museum durch die Verteilung von Fragebögen, die wir ausfüllen konnten, schmackhaft gemacht und seine Ausstellungsstücke interessant vermittelt.
Um ca. 17:00 Uhr kamen wir auch schon wieder in der Unterkunft an und hatten nun bis 19:30 Uhr Zeit uns der Freizeit und Muße zu widmen.
Danach rundeten wir den Tag mit einem Besuch in Wiens 19. Bezirk ab. Dort gingen wir in ein typisch wienerisches Etablissement und verbrachten den Abend in einer Art "convivium". Geschlossen aßen wir eine vorzügliche Fleischplatte, welche uns bis zum Rand füllte, tranken, um den Durst des Tages zu stillen und hatten jede Menge Spaß in dieser Tafelrunde der Lateiner. Unsere wohl angesehenen und sehr verehrten Pädagogen der lateinischen Sprache luden uns - wie sich erst am Ende des Abends herausstellte - zu dieser Zusammenkunft ein. Deshalb ist ihnen an dieser Stelle ein üppiges Lob und ein "Dem Spender ein trullala!" zu widmen!
Nach dem gemeinsamen Frühstück und der Räumung der Zimmer machten wir uns auf den Weg zum Schloss Schönbrunn, dem legendären "Sissi-Schloss".
Zuerst durften wir die wunderschöne Gartenanlage auf eigene Faust erkunden. Besonders die "Gloriette" und der Kronprinzengarten haben uns zum Staunen gebracht. Im Schloss selbst besichtigten wir 40 von ca. 1.000 Räumen, die uns von einer charmanten Führerin mit detaillierten Beschreibungen erklärt wurden. Erstaunlich war die eher schlichte Einrichtung der Schlosszimmer, wobei deren Reichtum dennoch gut erkennbar war, wie zum Beispiel im Rosenholzzimmer.
Nach unserem Ausflug in die Zeit Sissis, kehrten wir wehmütig in die Gegenwart zurück und machten uns auf den Heimweg Richtung Deutschland.
M. Leisgang, K12