Eine interaktive Ausstellung über das, was man einer Essstörung nicht ansieht – und darüber, wie man doch hinhört.

Wie fühlt sich eine Essstörung an? Welche Gedanken beschäftigen Betroffene und wie kann man helfen? Mit diesen Fragen setzte sich die interaktive Ausstellung „Klang meines Körpers“ auseinander, die in diesem Schuljahr auch am Gymnasium Scheinfeld zu Gast war.
Die Ausstellung wurde vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG Bayern) entwickelt und richtet sich speziell an Jugendliche. Organisiert wurde sie für den Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim von Christine Stöbling und Magdalena Scherer, die den Besuch der Ausstellung fachlich begleiteten.
Sechs Innenwelten
Im Mittelpunkt standen die sogenannten „Innenwelten“ von sechs jungen Menschen, die selbst an einer Essstörung erkrankt waren. Auf großformatigen Roll-ups wurden ihre Gedanken, Gefühle und Ängste eindrucksvoll dargestellt. Dadurch erhielten die Schülerinnen und Schüler einen authentischen Einblick in die Lebensrealität Betroffener und konnten besser nachvollziehen, welche Belastungen mit einer Essstörung verbunden sind.
Kreative Stationen
Ergänzt wurde die Ausstellung durch interaktive Stationen, an denen sich die Klassen kreativ mit dem Thema auseinandersetzten. Mithilfe von Methoden wie Malaktionen, Musik, sogenannten Ressourcensonnen oder Schatzkisten wurde nicht nur Wissen über Essstörungen vermittelt, sondern auch das eigene Selbstbild und die Bedeutung von psychischer Gesundheit thematisiert. Dabei wurde deutlich, dass Essstörungen weit mehr sind als ein gestörtes Essverhalten – sie sind ernst zu nehmende psychische Erkrankungen.
Was bleibt
Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler fielen überwiegend positiv aus. Besonders gelobt wurde, dass die Ausstellung nicht nur informierte, sondern zum Nachdenken anregte und das Thema auf eine offene und einfühlsame Weise behandelte. Viele empfanden die persönlichen Berichte der Betroffenen als besonders eindrucksvoll und nahbar.
Ein wichtiges Ziel der Ausstellung war es außerdem, Hemmschwellen abzubauen und zu zeigen, dass Betroffene nicht allein sind. Wer selbst Hilfe benötigt oder jemanden unterstützen möchte, sollte sich nicht scheuen, Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.
Die Ausstellung machte deutlich, wie wichtig es ist, offen über psychische Erkrankungen zu sprechen. Sie leistete damit einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung und Prävention – ein Thema, das auch im Schulalltag nicht an Bedeutung verliert.
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